Philosophie

Steinkunst aus Ravensburg

Stein ist ehrlich, teilweise brutal ehrlich. Er gibt durch seine Langlebigkeit einen Sorgfalts-Standard vor, der Planung verlangt: während moderne Computer-Grafiker unendliche Möglichkeiten der Veränderung haben, ist beim Stein jeder Schlag erstmals und endgültig.

Künstlerisch mit Stein zu arbeiten, ist riskant und eine Herausforderung. Anders als beim Metallkünstler kann das verpfuschte Werk nicht einfach nochmal eingeschmolzen werden. Ein besonders hochwertiger oder besonderer Stein ist nicht ersetzbar. Sprünge sind nicht heilbar wie beim Gipser oder Schmied. Ein fertiggestelltes Werk bleibt oft naturbelassen, Farbe oder Lack helfen also nicht dabei, Fehler zu verstecken.

Die innere Einstellung dem fertigen Werk gegenüber ist also eine Mischung aus Härte und Empfindlichkeit. Es bedarf Mut, einen Schlag zu führen, den die gewollte Idee erfordert, aber auch soviel Rücksicht aufs Material, damit der Rohling nicht springt.

Planung, Vorsicht und immer wieder Entschlossenheit sind darum wesentliche Teile der Haltung, die man beim Arbeiten mit Stein erwirbt.

Gelingt es dann, dass das fertige Werk Leichtigkeit und Zartheit vermittelt, ist es gelungen, wonach Steinkunst seit Anbeginn der Menschheit sucht: Gedanklichen Ausdruck so haltbar zu machen, dass er sich buchstäblich an die Ewigkeit anlehnt.

In diesem Spannungsfeld aus Flüchtigkeit und unbegrenzter Dauer steht meine Philosophie.

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#steinkunst